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Krankensalbung

Die Senioren- und Krankentage finden in unserer Gemeinde meist im November statt.

In speziellen Gottesdiensten wird dann das Sakrament der Krankensalbung gespendet.

Jede und jeder ist hierzu herzlich eingeladen!

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Seelsorger und Seelsorgerinnen in den Pfarrgemeinden Sankt Aldegundis und Sankt Stephanus
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Das Krankensakrament

von Pfarrer Dr. Antoine Cilumba Cimbumba Ndayango

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„Die «Letzte Ölung», die auch - und zwar besser - «Krankensalbung» genannt werden kann, ist nicht nur das Sakrament derer, die sich in äußerster Lebensgefahr befinden“, heißt es in der Konstitution über die heilige Liturgie des II. Vatikanischen Konzils (Sacrosanctum Concilium, Nr. 73). Damit deutet das Konzil indirekt auf das Missverständnis, in das das Krankensakrament geraten ist. Dieses Missverständnis ist so real, dass Amtsträger bzw. Seelsorger oft damit konfrontiert sind, dass Kranken bzw. Familienangehörige bis in die letzten Züge warten, bevor sie sich mit der Bitte um die Spendung der Kranksalbung äußern. Denn die meisten von ihnen verbinden Kranksalbung und Verabschiedung in den Tod. So fällt der Bewusste Empfang des Sakramentes. Auf der anderen Seite fällt es auf, dass - wie beim Bußsakrament - nur noch wenig unter den Katholiken den Sinn für das Krankensakrament haben. 

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Die Krankensalbung ist also kein Sakrament der Toten, sondern der Lebenden. Denn der Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs und Jesu Christi ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten (vgl. Mt 22,23-31 // Mk 12,18-27; Lk 20,27-40). Gerade in der Kranksalbung kommt die heilende Handlung für Leib und Seele zum Tragen, wie Jesus es vorgelebt hat: Für Gesunde und Kranke im wahrsten Sinn des Wortes kam er in die Welt (vgl. Mt 9,12 // Mk 3,17; Lk 5,31). Die Evangelien widmen einen großen Teil ihrer Überlieferung der Krankenheilung durch Jesus. Schon im Alten Testament werden Heilungen durch Gottes Eingreifen belegt (vgl. u.a. Ex 15,26; 2 Kön 5,1-27; 20,1-14; Tob11,1-15; Jes 38,1-22; Ez 34,4.16), sodass die heilenden Handlungen Jesu darin ihren Anfang nahmen. Von daher ist die Sorge um Kranke und ihre Heilung eins der Werke der Barmherzigkeit der Kirche, d.h. ein Handlungsbereich, in dem der Heilswillen Gottes für den ganzen Menschen konkret und greifbar wird. In Krankheit erfährt der Mensch seine Ohnmacht, seine Grenzen und seine Endlichkeit, in seiner Offenheit für Gott aber die göttliche heilende Kraft. 

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Geheilt hat Jesus nicht nur mit Worten, sondern er hat auch dafür Zeichen verwendet: Berührung, Handauflegung, Speichel, Teig aus Erde und Waschung (vgl. Mk 1,29-31; 7,32-36: 8,22-25; Joh 9,1-6). Auch Kranke suchten, ihn zu berühren, damit sie durch die Kraft, die von ihm ausgeht, geheilt werden konnten (M9,20-22; Mk 16,17-18). Die Kirche lässt auch das Schöpfungselement Öl in die sakramentale Handlung Eingang finden, in der es - am Beispiel von Brot, Wein und Wasser in anderen Sakramenten - eine neue Bedeutung bekommt. Also, neben der Verkündigung und der Caritas führt die Kirche durch die liturgischen Handlungen wie das Krankensakrament das Erlösungswerk Jesu fort.

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Die apostolische Kirche zeigt durch die Überlieferung im Jakobusbrief, dass sie einen Ritus für Krankenheilung kannte. Dort heißt es: „Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie vergeben“ (Jak 5,14-15). Schon im Markusevangelium, das chronologisch vor den anderen Evangelien und sowieso vor dem Jakobusbrief datiert ist (um das Jahr 70 nach Christus), befindet sich ein Bericht über die Sendung der Apostel, die für die Heilung der Kranken u.a. die Salbung mit Öl verwendeten. Markus schreibt: „Sie [die Apostel] trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie“ (Mk 6,13). Diese Angabe ist ein Hinweis darauf, dass die urchristliche Gemeínde, aus der Markus über das Vita Jesu herausschreibt, die Praxis der Krankensalbung im Rahmen der Gebete für Krankenheilung kannte, und zwar in Anlehnung an die auf die Apostel zurückgehende Tradition. Von daher wundert es nicht, dass die auf dem Fundament der Apostel gegründete Kirche seit jeher auf die Salbung, die sie unter Gebeten vollzieht, als Zeichen des Heils zurückgreift. 

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Die Verwendung von Öl (Olivenöl oder anderes Pflanzenöl) steht für die heilsame Wirkung dieses Schöpfungselements: Es bekommt im Rahmen der liturgischen Handlung eine neue Qualität, sodass die gezielte Heilung nicht nur die Gesundung des Leibes, sondern auch das Heil der Geistesseele bewirken kann. Diese angestrebte ganzheitliche Heilung bringt dann die Auffassung mit sich, dass die Krankensalbung auch die Nachlassung der aktuellen und der aus der Erbschuld zurückbleibenden Sünden bewirkt. Dies hat seit dem Mittelalter zur Verbindung der Krankensalbung mit Buße und Wegzehrung geführt, was sich bis heute durchgesetzt hat. Die Spendung durch den ordinierten Amtsträger geht aber auf die biblische und apostolische Tradition sowie auf die Zeit der Kirchenväter zurück.

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Wie das Sakrament der Krankensalbung aus der Krise gerettet werden kann, ist eine der großen Herausforderungen der heutigen Sakramententheologie und -pastorale. Vielleicht kann die neue Praxis der Spendung der Krankensalbung im Zusammenhang mit der heiligen Messe dazu beitragen.