Ansprechpartner

Pfarrer Dr. Antoine Cilumba Cimbumba Ndayango
M0170 8000487
E-Mail
Kontaktformular

Ansprechpartner

Seelsorger und Seelsorgerinnen in den Pfarrgemeinden Sankt Aldegundis und Sankt Stephanus
Kontaktformular

Das Weihesakrament

von Pfarrer Dr. Antoine Cilumba Cimbumba Ndayango

0

Zu den sieben Sakramenten der Kirche rechnet man auch das Weihesakrament oder das Sakrament der Ordination. In der kanonischen Reihenfolge steht es an der vorletzten Stelle, vor dem Sakrament der Ehe:  nicht weil die Ehe weniger wert ist als die anderen Sakramente, steht sie am Ende; im Gegenteil: das Nebeneinander von Weihe und Ehe in der Reihenfolge hebt die Bedeutung der beiden Sakramente hervor, und zwar für die zwei Ständen der Kirche: Heirat und Zölibat. In anderen Religionen bzw. Konfessionen bilden Ehe und Weihe keine Gegensätze, sondern sie vertragen sich und sorgen für keine theologische und pastorale Auseinandersetzung wie bei den Katholiken.

1

Die Weihe im Sinne von Ordination, Konsekration*) veranschaulicht und besiegelt die besondere Zugehörigkeit bestimmter Menschen zu Gott. Die alttestamentliche Tradition ist voll von Beispielen von Menschen (Priestern, Königen, Propheten), die Gott durch besondere Berufung in seinen Dienst und in den Dienst an Menschen stellte.

Diese Art von Weihen (Gott geweiht sein) ist nicht zu verwechseln mit der, die „Heiligung“ bedeutet, wie in Fällen von z.B. Erstgeburt, Sabbat, Tempel und dessen Gegenständen …. oder Kirchengebäuden, Altären, Glocken usw., die die Menschen Gott weihen.

2

Wie Gott im Alten Bund Menschen persönlich ansprach und sie in seinen Dienst berief, so hat auch Jesus die Apostel – die Zwölf und die Siebzig oder die Zweiundsiebzig*) – in seine Nachfolge berufen, damit sie in der Kraft des Heiligen Geistes sein Werk auf Erden weiter führen konnten. Die Apostel haben ihrerseits auch Nachfolger bestellt und bestimmt, das apostolische Amt in der Nachfolge Christi zu übernehmen. Das geschah durch besondere Bestellung, Gebet und Handauflegung. Damit wurde damals und wird bis auf den heutigen Tag die Weitergabe und Weiterführung des Apostolischen Amtes sichergestellt. So ist es nicht von ungefähr, dass die katholischen Christen sich zu ihrer Kirche als der einen und apostolischen Kirche bekennen. So lebt das Apostolische Amt im Bischofsamt weiter.

3

25 jähriges Priesterjubiläum Pfarrer Beyer
25 jähriges Priesterjubiläum Pfarrer Beyer

Das Weihesakrament der Katholischen Kirche geschieht durch die rituelle Handlung, durch die der Berufene (Erwählte) in besondere Weise in den Dienst Gottes an den Menschen gestellt wird. Der Berufene und Erwählte wird dadurch befähigt, das Amt zu übernehmen: die Handauflegung mit Gebeten ist dabei die entscheidende rituelle Geste. Und die Ausdehnung der Mission bzw. Verkündigung auf alle Völker führt dazu, dass das Apostolische Amt auf viele „Mitarbeiter“ im Weinberg des Herrn übertragen wird. Das begann mit der zweiten Generation nach Christus – den Apostelschülern (siehe Pastoralbriefe des Apostels Paulus). Von der Ausführung her sieht die katholische Kirche in der Weihe drei Stufen, welche jeweils „[…] die Dienste des Lehrens, des Heiligens und des Leitens in der Person Christi des Hauptes zu leisten und dadurch das Volk Gottes zu weiden“ haben (CIC, Ca. 1008). Die Weihestufen sind „Episkopat“, „Presbyterat“ und „Diakonat“ *) (CIC, Can. 1009).

4

Auf die Bischöfe wird das Apostolische Amt übertragen, was sie zu direkten Nachfolgern der Apostel macht. Die Bischöfe ihrerseits beziehen durch Ordination Mitarbeiter – Priester und Diakone - in das Apostolische Amt ein, damit diese deren spirituellen Väter – die Bischöfe - vor Ort und bei den Gläubigen pastoral und seelsorglich vertreten können. Von daher ist es theologisch-pastoral nicht erklärbar, dass ein Priester oder ein Diakon das väterliche Bischofsamt infragestellt, indem er den Bischof - seinen spirituellen Vater - ablehnt. *)

5

Natürlich ist die Kirche von der Taufe her auf die Geistesgaben aller Gläubigen angewiesen. Aber die Kirche lebt nicht nur vom allgemeinen Priestertum (aller Gläubigen), sondern auch von den besonderen Ämtern - den amtlichen Berufungen (den geweihten Berufen). So gehört das Weihesakrament in das Wesen der Kirche hinein.

Weihe im Sinne von Ordination, Konsekration:

sakramentale Weihe eines Diakons, Priesters, Bischofs

liturgische Weihe von Brot und Wein durch Verwandlung in Leib und Blut Christi

 

Apostel – die Zwölf und die Siebzig oder die Zweiundsiebzig:

die Zwölf - bezieht sich auf die zwölf Stämme Israels

die Siebzig oder die Zweiundsiebzig - bezieht sich auf die Völker, die von den Noachsöhnen abstammen (Buch Genesis 10) und steht somit - biblisch gesehen - für alle Völker

 

Weihestufen „Episkopat“, „Presbyterat“ und „Diakonat“:

Bischofsweihe, Priesterweihe, Diakonweihe

 

Ablehnung des spirituellen Vater:

Wie der Apostel Paulus es in seinen Briefen schreibt: seine Schüler oder die Mitglieder der von ihm gewonnenen Gemeinden sind seine spirituellen Kinder, und er ist deren spiritueller Vater. So ist auch das Verhältnis zwischen Bischof und Geweihten. Daher ist eine Ablehnung theologisch-pastoral nicht erklärbar.
Das ist nicht zu verwechseln mit der konstruktiven Kritik, die man üben kann und darf!